Finnland und Deutschland unterzeichnen Absichtserklärung zur Förderung der Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff

Finnland und Deutschland haben eine Absichtserklärung zur weiteren Zusammenarbeit in den Bereichen Wasserstoffinfrastruktur, Entwicklung von Wasserstofftechnologien und Investitionen im Wasserstoffsektor unterzeichnet. Die Erklärung wurde am 18. Februar 2026 in Paris im Rahmen der Ministerkonferenz der Internationalen Energieagentur (IEA) von Sari Multala, Finnlands Ministerin für Umwelt und Klimaschutz, und für Deutschland von Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, unterzeichnet.

Pressemitteilung, 18.2.2026 / Ministerium für Arbeit und Wirtschaft

In der Absichtserklärung legen Finnland und Deutschland ihre gemeinsame Vision für die Zusammen­arbeit im Energiebereich dar, insbesondere in den Bereichen Wasserstoffinfrastruktur, Entwicklung von Wasserstofftechnologien sowie Investitionen im Wasserstoffsektor. Zudem werden weitere Maß­nahmen und Schwerpunktbereiche definiert. Das Dokument stellt eine politische Absichtserklärung der beiden Länder dar und verpflichtet die Parteien nicht zu konkreten Entscheidungen. Gespräche über konkrete Initiativen oder Anliegen sollen zu einem späteren Zeitpunkt in gesondert zu verein­barender Form geführt werden.

Finnland strebt eine führende Position in Europa im Bereich der Wasserstoffwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette an. Ziel ist es, sauberen Wasserstoff und strombasierte Kraftstoffe für die heimische Industrie, den Verkehr und das Energiesystem zu produzieren, die Industrie zu er­neuern, den Export von Produkten mit hoher Wertschöpfung zu steigern sowie Investitionen in Finnland zu sichern. Es soll ein neuer Industriezweig aufgebaut werden, der auf Wasserstoff und daraus hergestellten Produkten basiert, die Transformation der verarbeitenden Industrie unterstützt und Technologieunternehmen der Branche zu international führenden Anbietern entwickelt.

„Die Wasserstoffwirtschaft ist für Finnland ein zentrales Instrument für die industrielle Energie­wende und zur Nutzung der Chancen der sauberen Transformation. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen, insbesondere in Sektoren, in denen eine direkte Elektrifi­zierung von Prozessen nicht möglich ist. Finnland strebt einen Anteil von zehn Prozent an der Produktion von sauberem Wasserstoff in der EU sowie mindestens den gleichen Anteil an dessen Weiterverarbeitung an“, so Ministerin Sari Multala.

„Es ist wichtig, dass in der gemeinsamen Erklärung die Notwendigkeit Finnlands anerkannt wird, die Nutzung sauberer Energie mit höherer Wertschöpfung im Land sicherzustellen. Finnland räumt der Entwicklung lokaler Wasserstoffkorridore und dem Aufbau einer nationalen Wasserstoffinfrastruktur Priorität ein. Ebenso wird das nationale Ziel Finnlands anerkannt, bis 2035 einen landesweiten Wasser­stoffmarkt aufzubauen, der auf regionalen Wasserstoffkorridoren und einer diese unter­stützenden nationalen Infrastruktur basiert“, betont die Ministerin.

Gemäß der Erklärung werden die beiden Länder die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stärken, durch die direkte Investitionen in die Erzeugung sauberer Energie, die Dekarbonisierung der Industrie und anderer Sektoren des Endenergieverbrauchs sowie die Weiterverarbeitung von Wasserstoff zu anderen Energieprodukten, wie erneuerbaren Kraftstoffen nicht biogenen Ursprungs (RFNBOs), gefördert werden können.

Ein weiteres Ziel ist die Schaffung günstiger Voraussetzungen für einen effizienten Markt für saubere Energie und damit verbundene Energieprodukte im Ostseeraum als Teil des EU-Binnenmarktes. Gleich­zeitig werden die Chancen anerkannt, die die Entwicklung sauberer Energien bietet – insbesondere das erhebliche Potenzial Finnlands im Bereich der erneuerbaren Energieerzeugung und die Speicher­kapazitäten Deutschlands sowie die starke industrielle und technologische Basis beider Länder.

Weitere Informationen

  • Riku Huttunen, Generaldirektor der Energieabteilung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft Finnlands, Tel. +358 50 431 6518
  • Juuso Kilpinen, Sonderberater der finnischen Ministerin für Umwelt und Klimaschutz, Tel. +358 50 322 9636
  • Juhani Tirkkonen, Leitender Ministerialberater, finnisches Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Tel. +358 295 062 140
  • Anita Silanterä, Sachverständige, finnisches Außenministerium, Ständige Vertretung Finnlands bei der OECD, Tel. +33 6 326 339 40