Kindesentführung

Falls ein Kind in ein Land verbracht wird, das kein Vertragsstaat des Haager Kindesentführungsübereinkommens (HKÜ) ist, hilft das Außenministerium bei der Aufklärung des Falls.

Bei internationalen Kindesentführungen handelt es sich meist um Fälle, in denen ein dauerhaft in Finnland wohnhaftes Kind unter 16 Jahren ohne Zustimmung des/der Sorgeberechtigten ins Ausland verbracht wurde oder nach Wahrnehmung des Besuchsrechts im Ausland nicht zurückgebracht wurde.

Die behördliche Zuständigkeit richtet sich nach dem Zielland der Kindesentführung

Falls das Kind in einen Vertragsstaat des Haager Kindesentführungsübereinkommens verbracht wurde, hilft das Justizministerium bei der Aufklärung des Falls und erteilt Anweisungen zum Ausfüllen des Rückführungsantrags.

Falls das Land, in welches das Kind verbracht wurde, nicht zu den HKÜ-Vertragsstaaten zählt, hilft das Außenministerium gemäß §31 und §32 bei der Aufklärung des Falls.

Die Auslandsvertretung kann

  • versuchen, eine gütliche Einigung zwischen den Beteiligten und die freiwillige Rückführung des Kindes herbeizuführen,
  • bei der Klärung von Aufenthaltsort und Situation des Kindes helfen und der die Rückführung beantragenden Person im Rahmen der örtlichen Gesetzgebung einen Rechtsbeistand und anderweitige Prozesshilfe vermitteln,
  • nach Bedarf bei der Beschaffung von allgemeinen Informationen über die Gesetzgebung des betreffenden Landes helfen,
  • bei der Kommunikation zwischen den Beteiligten Hilfe leisten,
  • die Rückführung des Kindes betreffende Informationen und Dokumente an die Behörden bzw. den/die Antragsteller/in vermitteln, sowie
  • beim Arrangieren der Rückführung des Kindes helfen.

Falls Aufenthaltsort bzw. -land des entführten Kindes nicht bekannt sind, wenden Sie sich bitte an die Polizeibehörde Ihres Wohnorts.