Vor 100 Jahren gewährte der damalige Völkerbund in Genf den Åland-Inseln ihre Autonomie

Am 24. Juni 1921 gewährte der damalige Völkerbund in Genf den Åland-Inseln ihren autonomen Status. Der Schweizer Professor Max Huber war in der Juristen-Kommission des Völkerbunds mit der Prüfung des Konflikts beauftragt.

Åland Flagge und Pfannkuchen (c) Visit Finland/Minna Suhonen
Åland Flagge und Pfannkuchen (c) Visit Finland/Minna Suhonen

Die Geschichte Ålands in Kürze

Åland war einst Teil des Königreichs Schweden, wie der Rest Finnlands. 1809 wurde die Provinz Teil des Grossherzogtums Finnland, als Schweden gezwungen war, Finnland und Åland an das Russische Reich abzutreten.

Während des finnischen Unabhängigkeitsprozesses im Jahr 1917 beschlossen die Vertreter der åländischen Gemeinden, die Wiederangliederung der Provinz an Schweden zu fordern. Finnland lehnte die Forderungen ab, und das Parlament versuchte, das Problem zu lösen, indem es 1920 ein Gesetz über die Autonomie der Åland-Inseln verabschiedete.

Die Åländer weigerten sich, das Gesetz zu akzeptieren, und da die Frage nach dem Status der Provinz zu einem offenen Konflikt zwischen Finnland und Schweden zu führen schien, wurde die Angelegenheit an den neu gegründeten Völkerbund verwiesen. Eine internationale Juristen-Kommission des Völkerbundes wurde mit der Prüfung des Konflikts beauftragt. Diese Kommission setzte sich aus drei Völkerrechtsexperten zusammen, einer von ihnen war Professor Max Huber, Rechtsberater des damaligen Eidgenössischen Politischen Departements. 

Der Völkerbund in Genf gewährte Finnland 1921 die Souveränität über Åland und verpflichtete Finnland, den Bewohnern der Provinz eine schwedische Kultur, schwedische Sprache, lokale Bräuche und ein System der Selbstverwaltung zu garantieren.

Åland heute

Heute ist Åland eine einsprachig-schwedisch sprechende Provinz Finnlands mit eigener Flagge – dem gelbroten Kreuz auf blauem Grund. Åland hat eigene Briefmarken, eigene Autokennzeichen und eine eigene Internetdomäne (.ax).  Insgesamt hat Åland 29 000 Einwohner, auf 16 Gemeinden verteilt sowie rund 6 700 Inseln, von denen aber nur 60 bewohnt sind. Etwa 11 500 wohnen in Mariehamn, Ålands einziger Stadt. Mariehamn wurde 1861 gegründet und ist heute das wirtschaftliche und politische Zentrum und Regierungssitz. Die Regierung heisst „Landskapsregeringen“.

Für Touristen gibt es auf den Åland-Inseln einiges zu tun – vom abenteuerlichen Inselhüpfen über Bootstouren und Angeln bis hin zu Golfspielen und mehr. Dank der zahlreichen Brücken und Fährverbindungen ist es ganz leicht, von einer Insel zur anderen zu kommen, und Åland eignet sich daher auch hervorragend für einen Fahrradferien. Ob Kultur, Sport oder Entspannung – Åland ist eine Reise wert.