Eine Woche im ESC-Fieber

Der Eurovision Song Contest ist das weltweit größte und meistgesehene jährliche Musikereignis. Das Spektakel zieht jedes Jahr bis zu 160 Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt an. Die Wettstatistiken sagten den finnischen Vertretern Linda Lampenius und Pete Parkkonen in diesem Jahr eine Spitzenplatzierung, ja sogar den Sieg voraus. Was für eine wunderbare Gelegenheit, das Beste für das Image des Landes herauszuholen!

Ein Bild von einem TV-Media Artikel mit Linda lampenius und Pete Parkkonen.
Die finnische Community war voll im ESC-Fieber.

Die Stimmung begann bereits vor einem Jahr zu steigen, als der österreichische Vertreter JJ (Johannes Pietsch) den Sieg nach Österreich holte. Von Anfang an war klar, dass etwas getan werden musste. 

Nordische Zusammenarbeit 

Wir beschlossen, die Eurovision-Woche mit einem gemeinsamen nordischen Empfang im wunderbaren Garten der norwegischen Botschafterin zu eröffnen. Eingeladen waren in erster Linie lokale und nordische MedienvertreterInnen. Das Wetter war fabelhaft, und VertreterInnen aller vier Länder (außer Island) konnten anwesend sein und erhielten die gewünschte Aufmerksamkeit. MinGin, Bangkok Tea und die Froosh-Smoothies von Fazer sponserten die Veranstaltung. Unser Koch Christoph zauberte finnisch angehauchte Cocktailhäppchen, die vom Catering-Service serviert wurden. Ein DJ sorgte für gute Stimmung. Die Veranstaltung war so erfolgreich, dass die Delegationen sich den gemeinsamen nordischen Empfang als neue Tradition wünschten.

Schweißperlen

Etwa vier Wochen vor der ESC-Woche erhielt die Botschaft von Visit Tampere die Bitte, bei der Stadt Wien 100 Quadratmeter Fläche für die Einrichtung einer AITO Sauna in Wien zu suchen. Tampere hatte ursprünglich nicht vor, wie im letzten Jahr vor Ort zu sein, aber der Song „Liekinheitin“ (Flammenwerfer) und das Gedankenspiel mit Hitze und Kälte änderten die Pläne. Und das brachte auch den Mitarbeiterinnen der Botschaft oft den Schweiß auf die Stirn! Trotz des scheinbar unmöglichen Zeitplans wurde die Idee Wirklichkeit, als wir den berühmten Wiener Vergnügungspark Prater für das Projekt begeistern konnten. Gewitter und Starkregen erschwerten den Aufbau der Tampere Finland Sauna Lounge, doch letztendlich lockte die Sauna, die direkt neben dem Eingang des Vergnügungsparks stand, viele Neugierige an, die sowohl die Sauna selbst als auch die Saunagäste bestaunten. Linda Lampenius und Pete Parkkonen hielten im Laufe der Woche vor Ort eine Pressekonferenz ab, die ebenfalls Publikum anzog. Die Idee, die Sauna auf eine größere Werbetour zu schicken, fand großen Anklang.

Fans dürfen nicht vergessen werden

Die Botschaft wollte im Laufe der Woche auch die lokale finnische Gemeinschaft einbeziehen. In Zusammenarbeit mit dem deutschen und dem finnischen Eurovision-Fanclub organisierten wir einen gemütlichen Karaoke-Abend, an dessen Ende wir gespannt auf den Erfolg Finnlands im ersten Halbfinale warteten. Als Moderator des Abends konnten wir Felix Häring gewinnen, den Vorsitzenden des süddeutschen Fanclubs, der bereits eine ähnliche Veranstaltung in Basel geleitet hatte. Der Abend bot einen schönen Rückblick auf die Geschichte des Eurovision Song Contests, von Nicoles „Ein bisschen Frieden“ bis zu Käärijäns „Cha, cha, cha“. Und Linda & Pete schafften es ins Finale!


United by Fashion

Auch bei der einzigen offiziellen Nebenveranstaltung des Eurovision Song Contests war Finnland eindrucksvoll vertreten. Die Veranstaltung „Fashion for Europe“ versammelte 12 verschiedene Modedesigner im Wiener Rathaus; Finnland wurde durch die fantastischen Outfits von Teemu Muurimäki repräsentiert. Muurimäki, der bereits im vergangenen Jahr für das Outfit des Gewinners JJ verantwortlich war, war als Kostümdesigner von Linda und Pete mitten im Geschehen in der Stadthalle, sodass die Mitarbeiterinnen der Botschaft den Transport der Kostüme übernahmen, die Models beim Anziehen anleiteten, die Outfits bewachten und so die einmalige Gelegenheit erhielten, das Treiben in der Modewelt hinter den Kulissen mitzuerleben.

Auch ein ESC-Fan muss etwas essen

Die Stadt Wien wusste den Eurovision Song Contest optimal zu nutzen. Neben dem offiziellen Song-Contest-Village vor dem Rathaus (wo auch Lordi und Erika auftraten) wurde auch weitere Stadtteile für die Veranstaltung genutzt: Der bei Touristen beliebte Naschmarkt organisierte einen Nachmittag, an dem verschiedene Länder ihre Esskultur präsentieren konnten. Für Reispiroggen, Lachs-Suppe und Zimtschnecken sorgten Minttu Grabner, die in Wien das Geschäft „Frau Svensson“ betreibt, sowie der Vorstand des Finnischenn Schulvereins in Wien, im Hintergrund erklangen alte Eurovision-Songs. Wiens berühmte Laffeehäuser hatten jeweils ein Namensland; hervorragende finnische Küche gab es im Restaurant/Café Gschamster Diener, dessen Besitzer Ernst Lackner – ein großer Finnland-Fan – erzählte, dass finnische Studenten bereits in den 80er Jahren im Restaurant ihre Stammtische verbracht hätten.

Für die Botschaft waren die Wochen arbeitsreich, doch gleichzeitig brachten sie eine willkommene Abwechslung, Spannung und vor allem eine fröhliche Festivalstimmung in den Alltag.

Wir wünschen unseren Kolleginnen und Kollegen in Sofia viel Glück und Erfolg für den Eurovision Song Contest im nächsten Jahr!

p.s. Fotos und Videos sind auf unserem Instagram-Seite @finlandinaustria zu sehen.

Text: Petra Hedman/Botschaft von Finnland,  Wien