Krankheit und Tod im Ausland

Kontaktinformationen ausländischer Ärzte und Krankenhäuser erhalten Sie beispielsweise von Finnlands diplomatischer Vertretung, von Ihrer Versicherung oder der Reiseleitung. In Notfällen rufen Sie bitte die örtliche Notrufnummer an.

Erkrankung im Ausland

Personen mit festem Wohnsitz in Finnland haben während vorübergehender Aufenthalte in EU- und EWR-Ländern sowie in der Schweiz Anspruch auf Krankenpflege. Bedingung für die Inanspruchnahme ist das Vorlegen einer Europäischen Krankenversicherungskarte. Diese wird in Finnland von der örtlichen Kela-Zweigstelle ausgestellt und wird allen Mitgliedern des finnischen Sozialversicherungssystems empfohlen, die Urlaubs-, Arbeits- oder Studienaufenthalte in EU-bzw. EWR-Ländern oder der Schweiz planen.

Reiseversicherung nicht vergessen

Eine private Reiseversicherung ist stets zu empfehlen, da die Europäische Krankenversicherungskarte keine Kosten für Spezialbehandlungen oder den Rücktransport im Krankheits- oder Todesfall abdeckt. Falls Sie Risikosportarten ausüben (z.B. Gerätetauchen, Bergsteigen, Abfahrtslauf), sollten Sie darauf achten, dass diese von Ihrer Versicherung gedeckt werden.

Fragen Sie Ihre Versicherung!

Kontaktieren Sie bei Erkrankung auf Reisen die Schaden-Hotline Ihrer Versicherungsgesellschaft. Sie hilft Ihnen in praktischen Fragen weiter, vermittelt ärztliche Behandlung und organisiert bei Bedarf den Rücktransport. Es kann vorkommen, dass Ärzte im Ausland die Zahlungsverpflichtung Ihrer finnischen Versicherungsgesellschaft nicht akzeptieren und Sie die Behandlung zunächst aus eigener Tasche zahlen müssen.

Persönliche Angelegenheiten sind stets vertraulich. Sie bestimmen selbst, wer im Falle Ihrer Erkrankung zu informieren ist. Falls Sie sich Ihres Krankheitszustands wegen nicht selbst äußern können, dürfen die Informationen nur den Ihnen am nächsten stehenden Personen mitgeteilt werden.

Seelische Krisen im Ausland

Es kommt vor, dass Reisestress, Kulturunterschiede oder Konfliktsituationen zu unerwarteter seelischer Belastung führen, die selbst bei gesunden Personen seelische Krisen auslösen können. Es empfiehlt sich, beim Abschließen der Reiseversicherung auch für solche Fälle Vorsorge zu treffen.

In fremder Umgebung kann es schwierig sein, bei psychischen Problemen Hilfe zu finden, und in ernsthaften Fällen stellt möglicherweise der Abbruch der Reise den einzigen Ausweg dar.

In akuten, traumatischen Krisensituationen (z.B. Unfall, Tod eines Angehörigen, Raubüberfall oder körperliche Gewalt) ist das nationale Sozial- und Krisentelefon in Vantaa rund um die Uhr ansprechbar: +358 9 839 24 005.

Todesfall im Ausland

Bei Todesfällen im Ausland hilft die finnische Auslandsvertretung nach Bedarf beim Arrangieren von Begräbnis, Einäscherung oder Rücktransport gemäß den Wünschen der Angehörigen des/der Verstorbenen. Falls die verstorbene Person nicht versichert war, sind ihre Hinterbliebenen verpflichtet, die anfallenden Kosten zu tragen.

Das Versterben finnischer Staatsangehöriger im Ausland wird der dortigen Vertretung normalerweise von den Behörden des jeweiligen Landes, der Reiseleitung oder dem Honorarkonsulat gemeldet. Die Auslandsvertretung meldet den Todesfall dem Außenministerium, das die Information an die finnische Polizei weiterleitet.

Rücktransport und Beerdigung des/der Verstorbenen werden von einem Bestattungsinstitut organisiert.

Finnische Reiseversicherungen decken im Todesfall in der Regel die Kosten für den Rücktransport in den finnischen Heimatort oder alternativ für die Bestattung im Ausland.

Falls die verstorbene Person nicht versichert war, sind die Kosten von den Hinterbliebenen zu tragen. Beachten Sie, dass die Rückführungskosten nach Finnland erheblich sein können.

Die Meldung von Todesfällen an das Ministerium ist während der Dienstzeiten unter der Nummer +358 295 350 000 und außerhalb der Dienstzeiten unter +358 9 1605 5555 möglich.

Meldung eines Todesfalls an das Bevölkerungsdatensystem

Im Falle der Rückführung des/der Verstorbenen wird die Sterbeurkunde nach Eintreffen des Sargs bzw. der Urne in Finnland von einem finnischen Gerichtsmediziner ausgestellt.

Andernfalls ist es Aufgabe der Hinterbliebenen, das Todesdatum in das finnische Bevölkerungsdatensystem eintragen zu lassen. Der Tod eines/einer finnischen Staatsangehörigen im Ausland ist bei der örtlichen Registerbehörde in Finnland oder gegebenenfalls bei der finnischen Auslandsvertretung zu melden (persönlich oder per Post).

Dem Formular ist die von Amts wegen durch Apostille bzw. Legalisation beglaubigte Sterbeurkunde im Original oder als von der Auslandsvertretung Finnlands beglaubigte Kopie beizulegen. Falls das Dokument in einer anderen als der finnischen, schwedischen oder englischen Sprache ausgestellt wurde, ist eine offizielle Übersetzung in eine dieser drei Sprachen anzufertigen. Falls diese Übersetzung im Ausland angefertigt wird, muss sie durch Legalisation bzw. Apostillierung beglaubigt werden. Für Übersetzungen in Finnland anerkannter Übersetzer/innen ist keine zusätzliche Beglaubigung erforderlich.

Die Kosten für die Beschaffung, Übersetzung und Beglaubigung der Sterbeurkunde sind von den Angehörigen zu tragen.