Experten für Kreislaufwirtschaft aus den nordischen Ländern und Österreich trafen sich in Graz

Die Kreislaufwirtschaft schafft wirtschaftliche Sicherheit und erhöht die Selbstversorgung. In unsicheren Zeiten sollte die Kreislaufwirtschaft daher noch entschlossener gefördert werden.

Große Abfallberge im Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Saubermacher
Beim Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Saubermacher

„Die Kreislaufwirtschaft schafft Puffer für die Wirtschaft. Die Materialien bleiben in der Nähe, können schnell wiederverwendet werden und verringern die Anfälligkeit gegenüber externen Störungen“, sagte Botschafterin Nina Vaskunlahti im Mai in Graz vor Experten für Kreislaufwirtschaft.

Eine nordische Expertengruppe besuchte Graz in der Steiermark, um österreichische Vorreiter der Kreislaufwirtschaft kennenzulernen. Das finnische Know-how wurde vertreten durch die staatliche Gesellschaft für nachhaltige Entwicklung Motiva, den Regionalverband Uusimaa, das Forstunternehmen Stora Enso, das auf Sandrecycling spezialisierte Unternehmen Resand und den Entwickler digitaler Dienstleistungen Gofore.

Die Kreislaufwirtschaft bezeichnet ein System, in dem nicht ständig neue Güter produziert werden, sondern darauf geachtet wird, diese so lange wie möglich zu nutzen. Ziel ist es, die Klimakrise, den Verlust der Artenvielfalt und den übermäßigen Verbrauch natürlicher Ressourcen einzudämmen. Es geht nicht nur um das Recycling von Abfällen, sondern darum, die Prinzipien der Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Materialien hinweg zu berücksichtigen.

In Graz besichtigten die nordischen Gäste das Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Saubermacher, das Recyclingzentrum Ressourcenpark sowie den Holzcluster Steiermark. Am Abend stellten sie bei einer Networking-Veranstaltung in der Steiermärkischen Wirtschaftskammer nordische Perspektiven zur Kreislaufwirtschaft vor.

Als Förderer der Kreislaufwirtschaft ist Finnland ein Vorreiter. Bereits 2016 verabschiedete Finnland als erstes Land weltweit einen nationalen Fahrplan für die Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, bis zum Jahr 2035 ein Wirtschaftsmodell zu erreichen, das auf einer klimaneutralen Kreislaufwirtschaft basiert.

Der Besuch in Graz wurde von den nordischen Botschaften in Wien in Zusammenarbeit mit den österreichischen Partnern Circular Economy Forum Austrian und Green Tech Valley organisiert. Die Reise wurde mit Unterstützung des Nordischen Ministerrats durchgeführt und knüpfte an eine im Oktober in Wien stattgefundene Veranstaltung zum Thema Kreislaufwirtschaft an.

In Graz wurde das Programm am nächsten Tag mit dem nationalen Gipfeltreffen zur Kreislaufwirtschaft fortgesetzt, das vom Circular Economy Forum Austria organisiert wurde.

Text: Ilona Vihonen