Nordic Talk 8.9.2021: Angesichts der wachsenden Sicherheitsbedrohungen in unserer Region ist eine enge nordische Zusammenarbeit in der Außen- und Sicherheitspolitik wichtiger denn je

Nordic Talk 8.9.2021: Angesichts der wachsenden Sicherheitsbedrohungen in unserer Region ist eine enge nordische Zusammenarbeit in der Außen- und Sicherheitspolitik wichtiger denn je

Die nordischen Länder blicken auf eine lange Tradition einer engen Zusammenarbeit zurück, auch im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik. Mit dem Wandel der Welt verändert sich auch die Zusammenarbeit zwischen den nordischen Ländern. Was wird die Zukunft bringen? Für das Webinar „Nordic Talk: Shaping a Safer and More Sustainable World Together“ am 8.9.2021 haben die Nordischen Botschaften in Berlin renommierte Expertinnen und Experten für Sicherheitspolitik aus den nordischen Ländern und Deutschland zu einem Austausch und einer Diskussion über dieses hochrelevante und interessante Thema eingeladen.

Oben links nach rechts: Anne Sipiläinen, Robin Allers, Anders Kalin, Kai-Olaf Lang, Matti Pesu, Björn Bjarnason and Rebecca Anna Reichherzer.

Das Webinar wurde von Finnlands Botschafterin in Deutschland, Anne Sipiläinen, eröffnet. Sie sprach über die Bedeutung der nordischen Zusammenarbeit und das ständige Bestreben der nordischen Länder, neue Formen einer noch engeren Zusammenarbeit zu finden. „Indem wir auf der Grundlage gemeinsamer Interessen zusammenarbeiten, können wir unsere eigene Sicherheit stärken und einen größeren Beitrag zur Förderung der globalen Sicherheit leisten“, so Botschafterin Sipiläinen.

Als Grundlage für die Podiumsdiskussion stellte der frühere isländische Justizminister Björn Bjarnason in einer Keynote Speech(Auf eine andere (externe) Webseite verlinken.) seinen Bericht „Nordic foreign and security policy 2020“ vor. In diesem Bericht schlägt er Wege zur Weiterentwicklung der außen- und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit zwischen den nordischen Ländern vor. Eine dieser Ideen besteht darin, eine gemeinsame Strategie der Sicherheitskooperation zu formulieren. „In einer Welt komplexer hybrider Bedrohungen und des schnellen technologischen Fortschritts sollten die nordischen Länder aktiv mit gleichgesinnten Ländern zusammenarbeiten“, schlug Minister Bjarnason vor.

An der Podiumsdiskussion nahmen Herr Matti Pesu, PhD und Senior Research Fellow am Finnischen Institut für Internationale Angelegenheiten FIIA, und Herr Anders Kalin, Leiter der Sektion für Hybride Bedrohungen, Cyber- und neue Technologien des schwedischen Außenministeriums, teil. Darüber hinaus brachte Dr. sc. pol. Kai-Olaf Lang von der Stiftung Wissenschaft und Politik, SWP, deutsche Einblicke in die Diskussion ein. Die Diskussion wurde von Herrn Robin Allers, PhD und Associate Professor des Norwegischen Instituts für Verteidigungsstudien, IFS, moderiert.

Die Podiumsteilnehmer gaben einen optimistischen Ausblick auf die nordische Sicherheitskooperation. Herr Pesu wies darauf hin, dass die Gesamtsituation für die nordische Zusammenarbeit noch nie so günstig gewesen sei. „Die Dynamik der gemeinsamen Bedrohungslandschaft erfordert von den nordischen Ländern einen gemeinsamen strategischen Ansatz“, fuhr er fort. Die öffentliche Unterstützung hierfür sei in allen fünf Ländern weit verbreitet.

Trotz unterschiedlicher sicherheits- und verteidigungspolitischer Zugehörigkeiten, nämlich der Mitgliedschaften in der EU oder der NATO, gibt es aufgrund des gemeinsamen Sicherheitsumfelds und der Ähnlichkeiten der Gesellschaften tatsächlich vielfältige Möglichkeiten für eine verstärkte Sicherheitskooperation zwischen den nordischen Ländern. Herr Kalin wies darauf hin, dass es in der sich ändernden Bedrohungslandschaft wichtig sei, die komplexe Situation zu überblicken und Verbindungen zwischen einzelnen Punkten zu schaffen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die nordischen Länder der Aufgabe gewachsen seien, und lobte die nordischen Gesellschaften für ihre Widerstandsfähigkeit, Offenheit und ihren technologischen Stand.

Abschließend rief Herr Dr. Lang für die Zukunft bei komplexen Sicherheitsfragen zu einer stärker strukturierten Zusammenarbeit zwischen den nordischen Ländern und Deutschland auf. Darüber hinaus schlug er vor, dass die nordischen Länder eine Pilotregion für eine verstärkte Zusammenarbeit im Hybridbereich und der Cyber-Resilienz werden könnten.

In ihren Schlussbemerkungen fasste Rebecca Anna Reichherzer, Head of Policy Planning des dänischen Außenministeriums, die wichtigsten Punkte der Podiumsdiskussion zusammen. Auch wenn der nordische Ansatz in der Sicherheitspolitik mit Herausforderungen verbunden sei, betonte sie, dass die nordische Zusammenarbeit wichtiger denn je sei.

The webinar was organized by the Nordic Embassies in Berlin and supported by the Nordic Council of Ministers.